Donnerstag, 3. Juli 2014

Rezension: Sommer der Wahrheit von Nele Löwenberg






                                                         Buch: Sommer der Wahrheit
Autor: Nele Löwenberg
 ISBN: 978-3548285610
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seiten: 496



Klappentext des Inhaltes:

Nebraska, Anfang der Neunzigerjahre: Sheridan Grant lebt mit ihrer Adoptivfamilie auf einer Farm inmitten von Maisfeldern. Sie leidet unter der Eintönigkeit des Farmlebens und dem strengen Regime ihrer Adoptivmutter, die der hochmusikalischen Sheridan sogar das Klavierspielen verbietet. Zum Glück gibt es den Farmarbeiter Brandon, den Rodeoreiter Nick und den Künstler Christopher, die Sheridan den Hof machen und sie davor bewahren, vor Langeweile zu sterben. Bis in einer Halloween-Nacht etwas Furchtbares passiert. Nun erweist sich, wem Sheridan wirklich vertrauen kann ...



Meine Meinung:

„Sommer der Wahrheit „ von Nele Löwenberg erinnerte mich sehr an ein modernes Aschenputtel Märchen, dass in eine brutalere und nicht ganz so rosige Realität umgeschrieben wurde. Auch das Happy End wird hier anders umgesetzt und man fragt sich insgeheim wie es der Hauptperson in Zukunft ergehen wird…..denn diese Frage bleibt letztendlich ungelöst^^ Aber vermutlich soll der Leser sich selbst seine Gedanken machen wie es womöglich weitergehen könnte…

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um unser „Aschenputtel“ Sheridan Grant , die zwar wohlbehütet, dennoch in feindseliger Gesellschaft ihrer Stiefmutter und dessen jüngsten Lieblingssohns, bei ihren Adoptiveltern auf einer Farm im „Nirgendwo“ in Nebraska lebt.
Während sie sich mit ihrem Vater und ihren anderen Brüdern gut versteht, wird sie jedoch von ihre Mutter und ihrem jüngsten Bruder ziemlich schlecht behandelt (tja nun kann man sich vermutlich vorstellen wieso ich spontan an das Märchen dachte^^) 
Sheridan, die ziemlich lebensfroh ist und sich nicht mit dem kleinbürgerlichen Denken ihrer Stadt abfinden will, begehrt schon bald auf und fängt an gegen einige Dinge zu protestieren. Vor allem die Musik die ihre Leidenschaft ist , wird von einigen Dorfbewohnern als schändlich angesehen. Doch dann beginnt sie sich bald für etwas Neues in ihrem Leben zu interessieren: Sex. Natürlich sei hierbei erwähnt, dass es normal für Teenager ist sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und alles darüber wissen zu wollen, jedoch fand ich sie sehr extrem^^  Bzw die Umsetzung ihrer Wissbegierde in die Realität^^ Hier war sie wirklich ziemlich willenlos und für mich hat sie in kürzester Zeit zu viele Liebeleien hinter sich gebracht, wo ich nur den Kopf schütteln könnte. Hallo? Sie hat ja mehr verbotene und geradezu selbstzerstörerische Beziehungen, sprich Affären innerhalb von 2 Jahren hinter sich gebracht, die ich nicht mal in 10 Jahren erlebt habe^^ Hier macht sie wirklich jeden Fauxpas des Herzens mit, den man begehen kann. Angefangen von älteren Männern, bis hin zu verheirateten Männern…. Hier war bereits am Anfang für mich der Herzschmerz Faktor vorprogrammiert…anscheinend für die junge und manchmal etwas naive Sheridan leider nicht…

Und gerade dies hat mich auch etwas an ihr gestört, auf der anderen Seite ist sie geradezu blind vor möglichen Fehlern, aber auf der anderen Seite agiert und handelt sie sehr erwachsen…
Das macht vor allem auch ihre Denkart aus , wie man sehr schön an diesem Satz auf Seite:; 439 erkennen kann:

„Ich spürte die Bürde der Verantwortung für das Leben eines anderen Menschen. Und diese Verantwortung lastete schwer auf mir.“

Die Geschichte besteht eigentlich auf 2 großen Themen in ihrem Leben: Einmal ihr kompliziertes Liebesleben , und auf der anderen Seite ist da das Geheimnis um ihrer Herkunft. Dieses Rätsel versucht sie im Laufe der Story auf die Schliche zu kommen und entdeckt dabei eine große und in meinen Augen auch traurige Verschwörung in der Vergangenheit.
Ein Buch, dieses in meinen Augen einem Drama gleicht, und den Leser leicht melancholisch stimmt.  Auch wenn es eine modernere und vermutlich ehrlichere Version von Aschenputtel ist, vermisste ich jedoch schlussendlich den Traumprinzen.

Ansonsten liest es sich wirklich sehr flüssig und mit der Ich- SchreibVersion von Sheridan verfolgt man gebannt ihren Leidensweg…
Zusätzlich sei noch angemerkt, dass es sich bei der Autorin Löwenberg um den Mädchennamen von Nele Neuhaus handelt, die man ja bereits in einem anderen Genre bereits sehr gut kennt.

Auch wenn es sich um eine gute Idee bei der Autorin handelte , mal neue Ufer zu betreten , muss ich sagen, fühlt ich mich persönlich bei ihren alten geschriebenen Pfaden wohler und hoffe sie wird hier weiter wie gewohnt wandeln


 Von mir bekommt es 4 von 5 Punkten


Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an:

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