Samstag, 15. März 2014

Story: Die Prophezeiung (4)




Mein Kind, ich habe alles versucht......aber ich kann mich nicht vor dieser schwierigen Aufgabe drücken, ich muss für das Gute in der Welt tapfer sein....“, in seinen Augen las sie ,dass er zu allem entschlossen war.
„Fürchte dich nicht Hope. Du wirst einen ehrenvollen Tod sterben!“, erklang eine neue Stimme.
Schnell drehte sie sich um, und erkannte nun dass sie von Mönchen umzingelt war, überall standen sie schweigend in ihren Kutten herum und hatten ihre Hände zum Gebet gefaltet. Aus ihnen stach ein Mann hervor, der soeben das Wort an sie gerichtet hatte und nun mit einem fanatischen Strahlen, das ihn umgab, zu ihr trat. Beschützend legte er ihr seine Hände auf ihre Schultern, und Hope überlief bei dieser Berührung ein heftiger Schauder, der ihr geradewegs über den Rücken fuhr.
„Ich bin Vater Fabian und bin der hochwürdige Ordensleiter, meiner Glaubensbrüder. Wir sind unerschrocken und stellen uns dem Bösen. Mit Herz, Hand und Tat beschützen wir die Welt vor der Zukunft und der drohenden Gefahr.“
Nach dieser Rede starrte er sie wie ein Insekt an und Hope musste daran denken, dass sich so vermutlich ein Reh fühlte, kurz bevor der Wolf es anfiel.
„Ich verstehe nicht...“ wagte sie sich vor und in diesem Moment wusste sie, dass der Spruch: „Im Dunklen stehen“ völlig auf sie zutraf.
„Dann lass es mich dir erklären, es geht um die Prophezeiung!“

Erschrocken schnappte sie nach Luft und in diesem Augenblick verstand sie! Sie verstand warum sie getötet werden sollte, doch nicht warum sie es nicht schon eher getan hatten. Warum musste sie 8 Jahre ihr Leben in einem Keller eingesperrt verbringen um dann doch eliminiert zu werden? Wozu waren diese verlorene Jahre gut, wenn es doch kein Leben für sie gab? Bruder Fabian erkannte in ihrem gebrochenen Blick, dass sie nun bereit war widerstandslos zu sterben. Es tat ihm aufrichtig um die junge Frau leid, die seit ihrer Volljährigkeit von dem Fluch wusste, der an ihr anhaftete und womöglich zu einer großen und erschreckenden Tragödie für die gesamte Welt führen würde, sollten sie nicht vorher diese Gefahr ausschalten , um ihrer aller Lebens willen.
Hope nahm wie in einer Art Trance wahr, wie sie Hände zum Altar führten, der bereits für die Opferung vorbereitet worden war. Gleichzeitig fasziniert und zugleich erschrocken über den Anblick des silbernen Dolches mit der göttlichen Verzierung zu Ehren des Großen und Mächtigen Gottes Zaher, legte sie sich wie befohlen gehorsam auf den ihren angedachten Platz zum Sterben.

Mit verschlossenen Augen wartete sie auf den Todesstoß, doch plötzlich brach Tumult aus , der sie dazu veranlasse ihre Lieder zu öffnen und sich nach der Störung umzusehen. Das erstes was sie jedoch sah , war die Farbe rot.....die unsagbar hell und matschig im fahlen Licht der Kerzen wirkte, und in Hope einen Brechreiz verursachte.

Wie versteinert lag sie da, unfähig sich zu rühren oder gar zu schreien. Tonlos und starr , blieb ihr Blick an den grausamen und sichtbaren Spuren des Kampfes hängen.
Nach nur einem Bruchteil eines Herzschlages, spürte sie Hände um ihre Taille liegen, die sie in eine Sitzposition zogen. Unfähig zu reagieren, oder sich gar zu wehren, ließ sie es zu dass Arme sie aufhoben und sie aus dem entweihten Tempel trugen, der für immer den Tod in sich beherbergen würde, egal wie viel Zeit auch verrinnen würde.
Während sie wie eine leblose Puppe schlaff mit dem Gesicht an einem Oberkörper hing, registrierte sie überrascht dass das Hemd Blutdurchtränkt war und ein klebriges Gefühl an ihre Wange hinterließ. Ekel überkam sie erneut und ein leichter Unwillen keimte in ihr auf. Warum wehrte sie sich nicht endlich? Als hätte er ihre Überlegung vernommen, sprach nun eine Stimme mit ihr die ihr in einem entfernten Winkel des Bewusstseins bekannt vorkam.

„Ich bring dich an einen Ort an dem du vorerst sicher bist, also sei ruhig und brav, denn meine Geduld ist nicht gerade sehr ausgeprägt.“
Erstaunt über diese Worte , hob sie leicht den Blick und konnte nicht glauben in die Augen des einst so stummen Entführers zu blicken, dessen grauen Augen noch immer diesen kalten Schimmer in sich trugen.
„Sie haben alle getötet.....“, wisperte sie entsetzt und konnte nicht verstehen, wie ausdruckslos sein wunderschönes Gesicht blieb, als sie diese Tatsache aussprach.
„Warum....?“, hakte sie nach, da sie keinen Sinn in seiner Handlung ausmachen konnte.
„Hör auf mich zu nerven, Mäusekind. Sonst bringe ich dich zurück, damit die verbliebene Ordensbrüder ihre Mission erfüllen können, wenn sie nachrücken“.
Ein leichtes Schmunzeln um seine Mundwinkel straften seine Worte der Lüge.
Obwohl Hope, im tiefsten inneren froh war nicht tot zu sein, konnte sie jedoch nicht die Art und Weise ihrer Rettung gutheißen.....
Außerdem......oh nein....Vater!!!! Siedend heiß fiel ihr ein, dass ihr Vater zu den Menschen in dem Tempel gehörten, der jetzt nur noch ein Friedhof war.
Verzweiflung überkam sie, als sie ihre innere Leere spürte, die sie trotz ihrer Panik über den Tod ihres Vaters empfand. Doch keine Träne bahnte sich ihren Weg in die Freiheit....denn wo kein Meer ist, kann kein Wasser fließen......



- *Fortsetzung folgt*-

 

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