Dienstag, 4. Februar 2014

Story: Die Prophezeiung (3)




Während ihr Marsch gar nicht zu Ende zu kommen schien, wanderte ihr Blick erneut auf den bislang Schweigsamen zurück. Als ob er ihn spürte, schaute er sie direkt und unverwandt an, schnell drehte sie ihren Kopf zur Seite, um nicht weiter der Peinlichkeit des Ertappt werden ausgeliefert zu sein.
Während sie mehrere Straßen und Kreuzungen zu Fuß überquerten, fragte sich Hope warum in Gottes Namen keine einzige Menschenseele ihnen begegnete. Doch kurz darauf beschlich sie das ungute Gefühl, dass sich ein unschuldiger Passant womöglich nur seinen eigenen Tod zufügen würde, sollte er sich diesen 3 Männern in den Weg stellen. Während ihr nackten Füßen durch den Marsch sehr in Mitleid gezogen wurden, versuchte sie das Brennen zu ignorieren und sich eine Fluchtmöglichkeit auszumalen. Doch leider war sie viel zu erstarrt vor Angst auch nur einen einzigen Versuch zu wagen, der sowieso nur fruchtlos enden würde.

Ergeben senkte sie den Kopf und versuchte sich mit ihrem Los abzufinden. Doch plötzlich riss sie den Kopf wieder hoch und blieb auf der Stelle stehen.
„Hey Miststück, was soll das?“, herrschte sie einer von den Männern an.
Doch Hope konnte nur weiterhin abwesend vor sich hinstarren. Was sie eben vernommen hatte, konnte nur 2 Dinge bedeuten. Entweder sie wurde nun aufgrund des Schocks verrückt, oder sie hatte wirklich eine Stimmt in ihrem Kopf gehört....
Noch genau konnte sie sich an die ruhige und eindringliche Stimmt erinnern, die vor Sekunden durch ihren Geist drangen : „Keine Angst, alles wird gut!“.
Am liebsten hätte sie laut aufgeschrien, wie absurd dieser doch so gut gemeinte Ratschlag war. Wie sollte denn alles gut werden, wenn sie doch , wenn sie es richtig verstanden hatte entführt wurde um....getötet zu werden? Doch mehr enthüllte ihr diese seltsame Stimme nicht mehr, im Gegensatz zu den ungeduldigen Auftragsgestalten, die sie mehr als böse anblickten. „Hey Miststück, ich schn
eid dir gleich die Kehle durch“.
Am liebsten hätte sie ihm an den Kopf geworfen, dass sie nicht Miststück hieß, doch sie beherrschte diesen Impuls, der zu ihrem eigenen Selbstmord führen würde. Stattdessen schritt sie gehorsam mit ihnen weiter. Was sollte ihr denn auch schließlich passieren? Schließlich hatte ihr ja jemand versprochen dass alles in Ordnung kommen würde... ein leises hysterisches Lachen drang aus ihrer Kehle und sie musste fest die Lippen zusammenpressen, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.

„Da sind wir Püppchen! Nun wirst du sehen wer dir nach deinem Leben trachtet!“ , wurde sie aus ihrer Erstarrung gerissen, als sie vor einem kleinen Tempel anlangten, aus dessen Fenster Kerzenlicht drang und in ihr eine angenehme und warme Atmosphäre erweckte. Dass sich ausgerechnet dort ein Mörder aufhalten sollte, schien ihr ein schlechter Witz zu sein. Auch nachdem sie durch die Türschwelle schritt und diesen wunderschönen kleinen Ort betrachtete, der mit dem kleinen Altar und den schmalen und wenigen Sitzbänken einen überschaulichen und friedvollen Platz bot, konnte sie keine Gefahr spüren. Nein dieser Ort war heilig und sie verstand beim besten Willen nicht, warum diese schrecklichen und gefährlichen Männer sie ausgerechnet hier her führten. Wollten sie etwa diesen göttlichen Ort mit ihrem Blut besudeln? Ihn für immer mit dieser abscheulichen Tat brandmarken und ihn entweihen?

Was würde nur ihr Vater zu einer solch verdorbenen und grausamen Handlung sagen? Wie sehr wünschte sie ihn nun an ihrer Seite.....ausgerechnet in ihrer schwersten Stunde war er nicht bei ihr....
Doch als wäre ihr Wunsch erhört worden, trat ihr Vater aus den dunklen Nischen der Sitzreihen.
„Vater!!“, rief sie aus. Kaum hatte sie sich aus dem mittlerweile locker gewordenen Griff des Entführers gerissen und war zu ihrem Vater geeilt, doch 2 Schritte vor ihm verharrte sie regungslos auf der Stelle. Was hatte er hier zu suchen?? Warum schaute er sie so komisch an , als wüsste er bereits..... oh nein....bitte nicht!! Tränen schossen in ihren Augen, während sie ein „DU?“ heraus presste. Immer noch redete er nicht , doch ein Kopfschütteln war eine Antwort, die sie ebenfalls nicht deuten konnte. „Aber wer dann? Vater bitte rede mit mir! Wer will mich Tod sehen?“ 

- *Fortsetzung folgt*-

 

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