Freitag, 24. Januar 2014

Story: Die Prophezeiung (2)





Schritte und leise Stimmen, holten sie von ihrem traumlosen Schlaf in die Wirklichkeit zurück. Die Augen weit aufgerissen, als die Schwärze nicht weichen wollte, erkannte sie viel zu spät die Gefahr die sie umgab. 
Kaum hatte sie die Benommenheit abgeschüttelt, griffen Hände nach ihrem Körper und rissen sie aus ihrem Bett. Da die Lichter der Kerzen über Nacht herunter gebrannt waren, konnte sie nicht die Angreifer sehen, die anscheinend in ihr Gefängnis eingedrungen waren, um..... Hier schauderte es Hope als sie sich ausmalte, was sie womöglich mit ihr zu tun vorhatten
Viel zu spät wurde sie sich ihrer Stimme bewusst, die sie noch hatte und nun hoffentlich zu ihrer Rettung einsetzten konnte. Doch auch nachdem sie wie am Spieß um Hilfe schrie, kam niemand um ihr zu helfen. Während die Hände sie aus ihrem einstigen Zuhause schleiften und sie sich dabei ihre Knie auf den Boden blutig schlurfte, erkannte sie dass sie machtlos war.
Willenlos ließ sie es zu, dass man sie die Treppe hinauf schubste und weder Rücksicht auf Verletzungen noch auf den verursachten Lärmpegel legten.

Während sie darüber nachdachte, was sie verbrochen hatte um solche drastischen Mittel zu verdienen, wurde sie vom plötzlichen Licht überrascht, dass sie überfiel als sie den Keller verließen und in die Wohnung schritten, die ihr als Zuhause diente bis sie volljährig wurde..... Dass sie ihr behagliches Heim seit 8 Jahren nicht mehr gesehen hatte, zerriss ihr das Herz.
Jedoch war es in diesem Moment der schlecht möglichste Zeitpunkt, um wehleidigen Erinnerungen hinterher zu trauern.
Das Licht das viel zu grell im Unterschied von der Schwärze im unteren Geschoss war, blendete ihre Augen und machten sie erst blind.
Als sie fiel, was ihren geschlossenen Lidern zu verdanken war, sah sie ihn zum ersten Mal.
Er war der unglaublichste Mann den sie je zuvor gesehen hatte. Da sie seit langer Zeit überhaupt keine andere Person als die ihres Vaters erblickt hatte, war seine Schönheit noch atemberaubender für sie.
„Wunderschön“, flüsterte sie vor sich hin und mit Ehrfurcht erfüllt, blickte sie zu ihm auf.
Doch als sie in seine kalten grauen Augen schaute, schwand schnell ihre Faszination und ein Angstschauer überlief sie, als sie in ihnen keine Gefühle , sondern nur Härte lesen konnte.
„Steh auf du verdammtes Biest!“, schrie sie eine Stimme hinter ihr an. Sie reagierte jedoch nicht. Viel zu sehr war sie in das Bild des Mannes vertieft der anscheinend, wie sie die Sache sah, nicht gerade zu ihren Freunden gehörte.
Ein unsanfter Tritt in den Rücken , ließ sie zusammenzucken und leise aufschluchzen.
„Komm schon, ich will hier keine Wurzeln schlagen und meine Gefährten erst recht nicht!“, war erneut die garstige Stimme, mit dessen schmerzhaften Fuß sie Bekanntschaft gemacht hatte, zu vernehmen.
Eingeschüchtert von der Schärfe seines Tons, rappelte sie sich auf und verzog unwillkürlich den Mund als ein kurzer Stich durch ihren Rücken fuhr.
Nicht im mindesten davon beeindruckt, riss der letzte von ihnen im Bunde, sie zu sich und schlug ihr mit ganzer Kraft ins Gesicht. Hope spürte wie ein feiner Rinnsal von Blut über ihre Lippen floss und ihr Nachthemd befleckte, doch sie war viel zu perplex um zu schreien oder gar zu reagieren. Stumm schaute sie den Mann an, und begriff dass diese drei Ausgeburten der Hölle sein mussten. Während sie das Wohnzimmer überquerten und zur Haustür schritten, hoffte sie ihr Zuhause, egal wie sehr sie es auch im Keller gehasst hatte, jemals wiederzusehen.

Draußen herrschte immer noch Nacht und Hope vermutete, dass ihre Entführung womöglich ungesehen über die Bühne ging. Dennoch schaute sie sich hoffnungsvoll um, doch niemand war da der sie retten konnte.
„Warum macht ihr das? Wohin bringt ihr mich?“, nahm sie den Mut zusammen und formulierte laut ihre Fragen, die sie sich seit dem Erwachen gestellt hatte.
„Warum? Weil wir dafür bezahlt werden...und das nicht schlecht, Püppchen!“ , der Mann der ihr die Ohrfeige verpasst hatte, lachte bei seiner Erklärung zufrieden auf.
„Aber...“ , doch weiter kam sie nicht, da sich nun Mr. Tritt einmischte und ihr klipp und klar folgendes zu verstehen gab: „ Wenn du nicht dein Maul halten kannst, dann werden wir den Auftrag gleich hier erledigen und dir die Kehle aufschlitzen!“
Damit er diese Drohung nicht wahr machte, hielt sie sich vorsorglich zurück und hoffte, dass sie irgendwann aus diesem Alptraum erwachen würde...

- *Fortsetzung folgt*-

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