Donnerstag, 26. September 2013

Rezension: Gesetzlos von René Belletto






Buch: Gesetzlos
Autor: René Belletto
ISBN: 978-3882210675
Verlag:  
Matthes & Seitz Berlin
Seiten:448
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Klappentext des Inhaltes:


Was verbindet ein Leben mit den anderen? Gibt es unter der sichtbaren Oberfläche feinere Zusammenhänge, die einen Menschen mit einem anderen zusammenführen? Mit sprachlicher Brillanz schildert der preisgekrönte französische Romancier René Belletto in ›Gesetzlos‹ die Geschichte von Luis Archer, einem Musiklehrer, und die von Clara Nomen, einer strahlend schönen Pianistin. Beider Leben ist von Musik geprägt. Doch gleichzeitig ist es auch Erschütterungen ausgesetzt, die sich fortwährend in leisem Vibrieren und wiederkehrenden Ausbrüchen bemerkbar machen. Wann wird das Schicksal zuschlagen und die beiden Protagonisten zueinander führen? 

(Quelle: Verlag)



Meine Meinung:


„Gesetzlos“ von dem französischen Autor René Belletto ist ein etwas anderer und teils gewöhnungsbedürftiger Roman, wie ich empfinde, der jedoch sehr zu überraschen weiß und eine angenehme Leseatmosphäre erschaffen hat , die mir gut gefiel.

Ein Buch über die Frage des eigenen „Ichs“ , der Widergeburt und über die große unbekannte Welt des Kosmos. Den meisten Teil des Buches fand ich wirklich sehr gut , doch dann hat sich im letzten Drittel des Buches das Genre der Fantasie hineingeschlichen, das mich dann doch etwas verschreckte^^ Ich habe mich geradezu bildlich auf dem Planeten „Renata“ befunden und dachte mir, wo bin ich hier?  Diesen Teil des Buches fand ich etwas wirr und auch am Ende des Buches prangten einige Fragezeichen in meinem Kopf auf. Am Ende war ich noch ratloser als ich jemals im Buch gewesen war. Konnte man irgendeiner Geschichte aus den Erzählungen von der Hauptperson noch glauben? Und wer war wirklich der Erzähler? Nichts ist mehr sicher und das hat meine geistige Kompetenz sehr in Zweifel gezogen.

Entweder ist das Buch einfach nur genial, das ich es nicht verstehen kann, oder es ist etwas übers Ziel hinausgeschossen und der Fantasiegehalt war einfach am Ende etwas zu viel des Guten geworden… Vielleicht hat der Autor aber auch das Rätselraten beabsichtigt? Nichts ist sicher, wie ich bereits erwähnte :-)
Dazu kommt dass die Übersetzerin Nathalie Mälzer einige Denkanstöße und Überlegungen am Ende der Geschichte aufstellt, die mich selber sehr nachdenklich machten. An einige Thesen von ihr hätte ich niemals dran gedacht.:-) Sehr schön fand ich ihre „Zusammenfassung“ und in meinen Augen ist es wirklich eine gelungene Fast Rezension die sie bereits ablieferte. Am liebsten würde ich dies nur unterschreiben, da sie einige Begriffe so toll beschreibt, dass ich nicht wüsste wie ich dies noch Toppen könnte^^ Da aber einige das Buch nicht haben und den letzten Abschnitt von ihr namens: Erkundungen der Galaxie Belletto nicht lesen können, fasse ich daher noch einmal das Wesentliche (in meinen Augen) zusammen:

Luis Archer, von dessen Sicht wir die Dinge seines Lebens geschildert bekommen, erzählt uns einige sehr brisante Dinge , die bei ihm ab und an in geradezu mörderische Situationen enden.  Außerdem erzählt er von seinem besten Freund Maxime, der anscheinend ein Doppelleben führte, wie er selber vielleicht auch? (Man ist sich nie so gewiss^^) 
Auch von seiner „Seelengefährtin“ Clara Norman wird geschrieben, zusammen verbindet sie ein rätselhafter Vers , dessen Herkunft fragwürdig ist. Währenddessen wird viel von Luis Leidenschaft zur Musik erzählt, sowie das etwas andere Thema des Weltraums und einem Planeten der Hilfe braucht…

Dies alles wird in eine Geschichte verknüpft, die kontinuierlich immer mehr von der Realität abdriftet. Der Erzählstil ist manchmal sehr detailliert und lange Sätze die ineinander verschachtelt sind, ist nichts ungewöhnliches in diesem Buch.

Besonders dieses Zitat auf Seite 257 zeigt was ich mit langen Sätze meine: (davon abgesehen finde ich diesen Satz einfach wundervoll und muss daher von mir aufgegriffen werden!!)

„Vernichtende Schicksalsschläge, die der Teufel höchstpersönlich inszeniert hatte, stürzten heute auf mich herab, wie nimmersatte Raubvögel, die nicht vin dem Kadaver lassen können, den sie mit ihren hässlichen Schnäbeln zerhacken und verschlingen, und sich nun erneut auf einen Menschen stürzen, der ihnen bereits in der Vergangenheit kulinarische Hochgenüsse bereitet hat, nämlich auf mich.“

Ein Buch das wirklich als speziell eingestuft werden kann, aber meiner Meinung nach einige sehr lesenswerte Passagen hat, die sich auf alle Fälle lohnen. Auch wenn in meinen Augen das Ende nach meinem Empfinden etwas kurios und fragwürdig war.


Von mir bekommt es 3 von 5 Punkten




Herzlichen Dank an den  Matthes & Seitz Berlin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!





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