Montag, 26. November 2012

Rezension: Die Auswerterin von Elk von Lyck








Buch: Die Auswerterin
Autor: Elk von Lyck
ISBN: 978-3844816143
Verlag: Books on Demand
Seiten:132
Klappentext des Inhaltes:


England 1944. Emily Brown ist Auswerterin von Luftbildern. Zufällig entdeckt sie bei ihrer Arbeit ein Konzentrationslager. Emily ist entsetzt – und sie fasst einen Plan. Sie dringt in das Büro von Arthur Harris ein, dem Chef des Bomberkommandos, und schlägt vor, das Lager anzugreifen oder wenigstens die Bahngleise, die dorthin führen. Harris lehnt unter einem Vorwand ab.

Emily zieht eine Waffe und verlangt, die Bomberstaffel, die an diesem Abend gestartet ist, nach Auschwitz umzuleiten. Widerwillig ändert Harris ihren Kurs, danach soll Emily verschwinden. Sie weigert sich, sie will ihn erst verlassen, wenn die Bomben gefallen sind. Während der Stunden des Wartens entspinnt sich ein Psycho-Duell zwischen den beiden.   



Was wussten die Alliierten wirklich von Auschwitz? Gab es Alternativen zur späten Befreiung? Hätte man etwas tun können, etwas tun müssen, um die Verbrechen zu verhindern?

Die Auswerterin sucht nach Antworten.


Meine Meinung:


Normalerweise ist dieses Genre nicht so sehr meine Kragenweite, dennoch konnte mich das Buch: Die Auswerterin von Elk von Lyck gänzlich meiner vorherrschenden Meinung im Vorfeld umstimmen. Da ich es wirklich extrem authentisch, packend und als sehr tiefsinnig empfinde. Das Buch schaffte es mich sehr nachdenklich zu stimmen und auch noch nach dem Lesen in mir weiterzuklingen. Sicherlich ist dies kein Buch, dass man mal "schnell" lesen kann. Da man sich Zeit für das Buch nehmen sollte, um den teilweisen etwas schwerzufolgenden Erzählungen, die Schilderungen von damaligen Kriegsgeschichten, Friedensverträgen und damaligen Schlachten beinhalten die Aufmerksamkeit beim Lesen benötigen,folgen zu können, damit man sie auch in der Gänze iher Tragweite begreifen kann. Doch diese ungeteilte Aufmerksamkeit lohnt sich vollkommen, denn man ist sehr von der Schreibweise und natürlich dessen Schilderungen gefesselt. Auch wenn das Buch eigentlich nur aus einem großen, fortwährenden Dialog an einem Ort stattfindet, und eigentlich auch nur 2 Menschen der Inhalt der Story ist, so beweist der Autor ein außergewöhnliches Schreibtalent, dass den Leser davon überzeugen kann, dass man nicht sehr viel Drumherum für ein gutes Werk benötigt. Hier ist wirklich weniger mehr!

Die erfundene Protagonistin Emily Brown, die damals als Auswerterin der Engländer arbeitet, stellt während ihrer Arbeit etwas grausames fest....Sie erkennt auf den Bildern, dass es in Auschwitz ein Konzentrationslager gibt, indenen Menschen mit dem Zug"umgesiedelt"werden , um dort umgebracht zu werden! Schockiert von dem Massenmord an Menschen und von dem festen Willen durchdrungen, hier etwas zu unternehmen und nicht einfach wegzuschauen , fasst sie bald einen gefährlichen und etwas naiven Plan. Sie überfällt den Oberbefehlshaber der Engländer, Arthur Harris, und fordert von ihm die Umleitung der Fliegerbombenmaschinen zu diesem grauenvollen Stützpunkt der Deutschen. Während sie ihn mit einer Waffe bedroht, versucht sie während ihr Plan umgesetzt wird, ihn von der Richtigkeit ihrer Handlung zu überzeugen und dem Eingreifen der britischen Armee. Doch Arthur hat ganz andere Pläne in diesem Krieg, und versucht im Gegensatz zu ihren Überzeugungen seine Art der "Hilfe" aufzuzeigen und dessen Beweggründe. Und hier startet dann eine Diskussion über Gut und Böse, über Recht und Unrecht und über Moral und Schuld...! Wirklich unglaublich fesselnd, Respekt!

Während der Leser sehr viel über politsche und menschliche Ansichten der Politik und deren Kriegsgeschichten erfährt (die mich wirklich faszinierten, da ich wirklich nicht sehr viel davon wusste, wie ich feststellen musste) , erkennt man dass auch die "Guten" einige Fehler damals gemacht haben und vllt. aufgrund dessen Handlungen eine Katastrophe ausgelöst haben. Auch wenn ich Emily, sehr mutig finde und äußerst menschlich, finde ich sie dennoch etwas zu "Gut" und "Naiv", Denn wer bitteschön will jeden Menschen lieben, und seine Feinde erst recht? Nun ja , vllt. ist sie ja eine Heilige :-)) Doch ihre Aussage, dass man keinen Unterschied zwischen Religionen, Herkunft oder Rassen machen sollte, kann ich so nur unterschreiben!!

Auch das geschriebene Nachwort vom Autor lässt einen nachdenklich gestimmt zurück. Und hier wird auch noch die grundsätzliche Aussage, der Sinn der Story bestärkt, dass jeder Mensch schwerwiegende und wichtige Entscheidungen treffen kann und somit über Richtig und Falsch entscheiden kann.
Wie es so schön von Herrn Lyck zum Ausdruck gebracht wurde: "Was können wir wissen? Und wer wollen wir sein?

Ein immer noch schockierendes Thema, dass auch noch heute nicht an dessen Grausamkeit verloren hat, und das in diesem Buch mal ganz anderes aufgegriffen wurde und klasse thematisiert wurde!



Von mir bekommt es 4 von 5 Punkten



Danke!!

Herzlichen Dank an den Autor Elk von Lyck für dieses Rezensionsexemplar!


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